Schlagwort-Archive: Psychotherapie

Die schizotype Persönlichkeit

Menschen mit einer schizotypen Persönlichkeitsstörung fallen durch ungewöhnliche Denk- und Verhaltensweisen auf. Andere empfinden die Auffälligkeit als exzentrisch, bizarr, seltsam, wunderlich, eigenbrötlerisch oder einfach schrullig.

Manchmal sind Symptome einer Psychose zu bemerken: Also illusionäre Verkennungen, flüchtige Halluzinationen oder Überzeugungen, die einem sehr abwegig vorkommen. Die Anfänge einer schizotypen Persönlichkeitsentwicklung sind nicht leicht zu erkennen. Zumal das Verhalten auch auf- und abschwellen kann.

Beispiel:

  • Die schizotype Person wird einem Vertreter kaum Einlass gewähren. Falls doch, dann wird er keinen Verkaufsabschluss erlangen. Der Schizotype ist immer misstrauisch, er wird nichts unterzeichnen. Außerdem, was viele Tausende interessieren könnte, wird seine Beachtung nicht bekommen. Der Bittsteller hingegen wird seinen Vertreterkollegen von einer sehr merkwürdigen Person berichten können: verschroben, exzentrisch und wunderlich.

Entwicklungsdynamik

Fachleute unterstellen, dass das Aufwachsen in einer psychotisch auffälligen Familie eine entsprechende Prägung bei der nachwachsenden Generation zeigt. Die Häufung wird durch die aufgenommene Familienanamnese zumindest statistisch bestätigt. Man spricht in dem Zusammenhang von chronisch traumatisierenden Prägungen. Schwere körperliche und seelische Vernachlässigung sind ebenfalls häufig.

Betroffene hüllen sich in eine exzentrische Eigenwelt ein, die als Flucht vor einer Wirklichkeit verstanden werden kann. Eine Wirklichkeit, die er als verletzend, als nicht zu verstehen und befremdlich empfindet.

Partnerschaft

Schizotype Personen gehen selten eine dauerhafte Partnerschaften ein.

Merkmale schizotypischer Persönlichkeiten

  • Neigt dazu, Dinge auf sich zu beziehen.
  • Unübliche Sichtweisen z.B.: Glaube an Hellseherei, den bösen Blick, Telekinese, Verschwörungstheorien, pseudowissen­schaftliche Erklärungsmodelle
  • Paranormale Erlebnisweisen
  • Ungewöhnlicher Sprachstil (umständlich, metaphorisch, andeutungsreich, manieriert)
  • Ungewöhnlicher Bekleidungsstil
  • Zurückgezogenes, einzelgängerisches Wesen
  • Neigt zu Körpergefühlsstörungen, Derealisations- und Depersonalisationserleben.
  • Freudloses Grübeln

Gehäuft auftretend mit:

  • Psychosenahen Symptomen
  • Schizophrene Verwandte

Hier nochmal der Vergleich zur schizoiden Persönlichkeit .

Und zur Erinnerung, eine Störung, im Sinne von krankhaft, liegt vor, wenn:

  • die Verhaltensmuster und Erlebensweisen des Betroffenen insgesamt deutlich von kulturell erwarteten und akzeptierten Vorgaben und Normen abweichen; diese Abweichungen äußern sich in der Art zu denken, zu fühlen und in der Gestaltung zwischenmenschlicher Beziehungen;
  • die Abweichung so ausgeprägt ist, dass das daraus resultierende Verhalten in vielen Situationen des Alltags unangemessen, unangepasst und unflexibel ist;
  • durch dieses Verhalten bei den Betroffenen selbst und/oder in ihrem sozialen Umfeld erheblicher Leidensdruck entsteht;
  • das abweichende Verhaltensmuster stabil und von langer Dauer ist und in der späten Kindheit oder Jugend begonnen hat;
  • eine andere schwere psychische oder organische Erkrankung nicht die Ursache des auffälligen Verhaltens ist.

Im nächsten Beitrag, in 14 Tagen, geht es um eine Persönlichkeit, die ein anderes (multiples) Ego ausleben kann. Die Dissoziative Persönlichkeit. Streng genommen, nach internationaler Klassifizierung, gehört sie nicht zu den Persönlichkeitsstörungen. Sie ist aber dennoch sehr bemerkenswert und ich komme nicht umhin, sie demnächst zu beschreiben.

Bitte teile diesen Beitrag mit
Deinen Freunden auf ...