Archiv der Kategorie: Angst und Panik

Du bist was Du denkst! … denkst‘e wohl?

Aus den Urzeiten des Überlebenskampfes haben wir mitgenommen, uns in Sekundenbruchteilen zu entscheiden ob jemand Freund oder Feind ist. Ob wir ein Rettungsprogramm abrufen, das Flucht, Angriff oder Totstellen bedeutet.

Heute, einige Millionen Jahre später, ist üblicherweise heute keine körperliche Bedrohung bei der Begegnung mit anderen zu erwarten. Aber trotzdem scannt das Überlebensprogramm unsere Eindrücke stets nach Auffälligkeiten ab. Unsere 5 Sinne liefern die Signale, die unser Stammhirn rasend schnell reduziert, komprimiert und permanent bewertet.

Wir bewerten alles

und tun dies kontinuierlich: gut oder schlecht, angenehm oder unangenehm, toll oder blöd. Das autonome Programm löst entsprechend Abwehr oder Anziehung aus. Mit der Abwehr gehen Gefühle der Wut, des Ärgers oder auch der Angst einher. Und es ist ständig ein Belastungsgefühl damit verbunden.

Innerhalb von Sekunden kippt Freude in Leid um. Sekundenschnell sind wir im Stressmodus, machen uns Sorgen, werden eventuell ärgerlich oder bekommen Angst. Eifersucht und Verlustängste sind ganz typisch bei solchen Vorkommnissen. Jeder kennt solche Reaktionen aus dem Berufsleben, hat sie in der Ehe- und Lebensgemeinschaft schon erlebt oder bei Abnabelungsprozessen zwischen Kindern und Eltern.

Umgang mit Gefühlen üben,

um angemessen und wohl besonnen zu handeln. Denn jede reaktive Wertung, jede wahllose Interpretation verzerrt das wirkliche Bild. Wir sind in Stresssituationen häufig weit davon entfernt angemessen zu bewerten was eigentlichen wirklich ist.

Wenn wir etwas schön finden, entsteht Anziehung und Habenwollen. Für einen kurzen Moment erzeugt dies ein freudiges Gefühl und wir sind positiv eingestimmt. Sollten wir aber nicht bekommen was wir erwartet haben, dann schlägt diese Gefühl ins Gegenteil um.

Gehen wir stattdessen mit offener, neutraler Haltung, also ohne sofortiges Werturteil an die Sache heran, bleibt unser Gemüt ruhig. Tendenzen der Abwehr oder des Habenwollens bilden sich erst gar nicht heraus. Das Überlebensprogramm der Urzeit reagiert nicht spontan und es kommt nicht zu einer Stressbelastung.

Als erstes empfehle ich Ihnen,

Situationen bewusst wertfrei aufzunehmen. Wertneutralität ist eine offene, innere Haltung allen Ereignissen gegenüber, ohne sie sofort in eine Schublade zu stecken. Ohne Einordnung in gut oder schlecht. Ohne jegliche Interpretation.

Nur in offener neutraler Haltung ist es uns möglich, wirklich wahrzunehmen, was sich uns tatsächlich bietet.

Beginnen Sie damit, ein Ereignis wie durch eine Videokamera zu beobachten. Stellen Sie sich gedanklich neben sich und  ‚betrachten‘ Sie aus erhöhter Position die Szenerie, die beteiligten Personen, das Drumherum.

Als Kamera-Mann / –Frau (nicht als Regisseur)sehen Sie die Ereignisse wertneutral. Es soll Ihnen nur darum gehen, die Szenerie vollständig und vor allem von ‚allen Seiten‘ zu betrachten / wahrzunehmen.

Fangen Sie damit erst mal an. Sie werden nach einiger Übung als Beobachter ‚sehen‘, dass manches ganz anders ist als gedacht.

Weiteres dazu im nächsten Blog-Beitrag.

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