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Selbstsabotage: ICH bin gegen MICH!

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Leider, es ist eine Tatsache, dass wir selbst sehr häufig der ärgste unsere Feinde sind. Was passiert da? Woher kommt das? Warum schaden wir uns selbst? Diese Fragen sind in diesem Beitrag das Thema.

Mit Sabotage benennt man beispielsweise die bewusste Störung oder gar Zerstörung eines Vorgangs oder einer Sache. Sabotage ist ein probates Mittel bei kriegerischen Handlungen, in industriellen Wettbewerbssituationen, in politischen Machtkämpfen und auch im privaten Leben.

Der Saboteur geht strategisch zielgerichtet vor.

Bei der Selbstsabotage passiert noch etwas Schlimmeres: Es geschieht 1. im Unbewussten, 2. nehmen wir selbst die Schädigung gegen uns selbst vor und 3. sind die Auswirkungen erst einmal un-be-greiflich.

Unbegreiflich im wahrsten Sinne des Wortes: Es sind seelische/psychische und/oder psycho-somatischer Auswirkungen typisch sowie Folgeschäden, die in der Regel auch andere Menschen mit einbeziehen. Es kommt vielfach vor, dass Partnerschaften auseinander brechen und familiäre Zerwürfnisse bis zum Point-of-no-return führen.

Wir Menschen, mit einem genialen Gehirn ausgestattet, befähigt komplexe Vorgänge vorausschauend zu analysieren, sollten doch eigentlich vor Selbstsabotage gefeit sein.

Formen der Selbstsabotage

Bedürfnisse leugnen

Eigene Bedürfnisse leugnen ist eng verknüpft mit dem Schutz vor Enttäuschungen. Und zwar Enttäuschungen über sich selbst. Typische Äußerungen sind: „Das ist mir egal“; „Das will ich gar nicht“; „Das interessiert mich nicht“. Wenn ich dadurch Wünsche negiere, hat es den Zweck, etwas anderes zu verbergen. Z. B., dass mein Wissen oder meine Fähigkeiten nicht ausreichen.

Mit dem Verleugnen von Wünschen und Bedürfnissen verschließe ich mich energisch dem Hinzulernen und dem Erfahrungen-machen. Je länger diese Form der Selbstsabotage aufrechterhalten wird, desto schwerer wird es sich davon zu befreien. Wer sich über seine persönlichen Bedürfnisse keine Klarheit verschafft, füttert seine Unzufriedenheit.

Es ist wichtig zu unterscheiden zwischen etwas wirklich nicht wollen und etwas wollen, aber Angst davor zu haben, es nicht zu bekommen.

Wer das für sich ganz ehrlich unterscheiden kann, kann damit beginnen sein selbstzerstörerisches Verhalten abzulegen. An sich selbst zu glauben, ist keine Garantie für Erfolg, aber nicht an sich zu glauben, garantiert Misserfolge.

Zaudern, zweifeln, aufschieben

Wer an der Machbarkeit eines Vorhabens zweifelt und gerne aufschiebt oder zaudert, betreibt ebenfalls Selbstsabotage. Man glaubt durch ein solches Verhalten über den Dingen zu stehen und gaukelt sich vor, sein Zeitpotential souverän zu managen. In Wirklichkeit boykottiert man damit sich und sein Ziel.

Zaudern, Zweifeln und Aufschieben sind eine unbewusste Abwehrfunktion, um uns vor dem Gefühl von Inkompetenz und Niederlage zu schützen. Wesentlich ist allerdings, – es hindert den Selbstsaboteur, seine Fähigkeiten auszutesten und Neues hinzu zu lernen.

Starten und Aufgeben

Eine beliebte Form von Selbstsabotage ist, eine Aufgabe / ein Projekt zu beginnen und bei ersten Schwierigkeiten kompromisslos aufzugeben. Damit errichtet der Selbstsaboteur (natürlich unbewusst) einen Schutzwall gegen Kritiker, auch gegen den inneren Kritiker in sich selbst.

Das Ergebnis seines Handelns / seines Projektes stellt er gar nicht erst zur Bewertung oder Kommentierung zur Verfügung. Nach dem Motto: „ Wenn ich die Aufgabe nicht erledige, kann sie auch niemand beurteilen“.

Damit beraubt sich der Selbstsaboteur einer Reihe ganz wichtiger Erkenntnisse: Dass nämlich Erfahrung-machen, etwas Neues lernen, Herausforderungen anzunehmen, eine motivierende  Selbstbestätigung (sich seines Selbst bestätigen) in Gang setzt.

Ausreden – keine Entscheidung treffen

Wenn man eine Entscheidung trifft, ist damit auch eine Verantwortung gekoppelt. Fallweise wird die persönliche Belastung mehr oder weniger schwer wiegen. Wer Ausreden parat hat, warum er jetzt keine Entscheidung treffen kann, schützt sich mit dieser Form der Selbstsabotage vor der Übernahme von Verantwortung.

Dabei ist es egal, ob es sich nur um eine Stellungnahme handelt oder ob es eine konkrete Handlungsmaßnahme ist. Entscheidungen vermeiden ist eine Schutzstrategie deren Ursache zu allermeist in mangelndem Selbstwert (sich seiner selbst Wert sei) und mangelnder Selbstsicherheit (sich seiner selbst sicher sein) liegt.

Das Fatale daran ist, der betroffene Mensch hindert sich selbst daran, die Kontrolle über sein Leben zu haben. Er manövriert sich selbst in die Fremdbestimmung, in eine Zuschauerrolle mit geringem Einfluss auf die eigene Lebensgestaltung.

Fazit

Diese Formen der Selbstsabotage, >> Bedürfnisse leugnen; Zaudern, Zweifeln, Aufschieben; Starten und Aufgeben; Ausreden – keine Entscheidung treffen << bestärken uns in dem Glauben, nicht gut genug zu sein, um ein zufriedeneres selbstbestimmtes Leben zu leben.

Seien Sie aufmerksam und behalten Sie Ihre Saboteure im Auge. Erkennen ist die Voraussetzung für Gegenmaßnahmen.

Was sind die Ursachen der Selbstsabotage? Darum geht es im nächsten Beitrag in 2 Wochen.

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