Depression ist auch Männersache

Depressionen sind bei Männern oft schwerer erkennbar, weil sie körperliche Symptome in den Vordergrund stellen und Traurigkeit und Selbstzweifel eher verschweigen. Statt niedergeschlagen und gedämpft reagieren sie häufig verstärkt aggressiv. Frauen sprechen dagegen offener über ihre Ängste und Stimmungsschwankungen, sie werden deshalb auch schneller als depressiv eingestuft. So stellen Ärzte depressive Störungen bei Frauen etwa doppelt so häufig fest wie bei Männern.

Wut und Aggression stehen bei Männern im Vordergrund.

Dass sich die Depression beim männlichen Geschlecht vielleicht einfach nur anders äußert – nämlich durch Aggressivität und Wutanfälle – wiesen Forscher der Universität von Michigan in Dearborn nach. Berücksichtige man diese „untypischen“ Symptome, seien genauso viele Männer wie Frauen von der Depression betroffen.

Im Vergleich zu den Frauen berichteten Männer häufiger von Aggression und Wutattacken, gesteigertem Drogenkonsum und riskantem Verhalten. Legten die Forscher ein Testsystem mit männerspezifischen Symptomen zugrunde, lag die Depressionsrate bei den Männern bei 26 Prozent, bei den Frauen nur bei 22 Prozent.

Wurde die Scala eingesetzt, die traditionelle und alternative Symptome berücksichtigen, waren die Raten sogar fast gleich: 30,6 Prozent der Männer versus 33,3 Prozent der Frauen. Die Unterschiede zwischen den Geschlechtern verschwinden, wenn man beide Symptomarten miteinander kombiniert.

Die typischen Symptome einer Depression sind:
gedrückte Stimmung,
fehlendes Interesse und mangelnde Freude an normalen Aktivitäten und Vergnügungen,
Appetitlosigkeit und Gewichtsverlust,
Schlafstörungen,
quälende Unruhe,
Neigung zum Rückzug oder gehemmtes Denken und Handeln.

Experten schätzen, dass etwa vier Millionen Menschen in Deutschland an einer behandlungsbedürftigen Depression leiden.

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