Psychisch schon krank oder noch gesund

Teil 2 (Schluss)

Darüber reden ist sehr schwer

Sie und ihre Angehörigen sind mit der Frage konfrontiert, ob und wem gegenüber die Belastung offengelegt werden kann. Wer darüber spricht, kann manchmal tatsächlich Schwierigkeiten bekommen, das ist leider immer noch heikel. Darum muss man sich einen solchen Schritt gut überlegen und eine individuelle Strategie finden.

Sehr häufig entlastet ein offener Umgang aber doch das Leben, weil man nichts mehr verheimlichen muss, die anderen einem mehr Verständnis entgegenbringen als erwartet und man auch Unterstützung erfährt.

Ein offener Umgang ist auch ein Weg, der Stigmatisierungen entgegenzutreten

Wenn psychisch Kranke den Mut haben, offen mit ihrer Erkrankung umzugehen, merken die anderen plötzlich: Der ist ja gar nicht so anders als ich. Das hilft sehr, Vorurteile abzubauen. Bei Depressionen ist das ein Stück weit bereits gelungen. Dazu haben sich auch viele Prominente bekannt, was sehr geholfen hat. An denen konnte man auch sehen, dass es psychisch kranken Menschen irgendwann wieder gut gehen kann. Eine psychische Erkrankung ist keine Falle, die für immer zuschnappt.

Immer stimmt nimmer

Jeder Mensch durchlebt schwere Phasen. Manche sogar mehrere oder gar viele. Sie haben das Pech, dadurh in Richtung Krankheit zu rutschen. Aber sogar aus einer extremen Krankheitsphase kann man wieder herauskommen und ist dann auch wieder auf der gesunden Seite.

Wichtig ist: Wir müssen vom Schubladendenken wegkommen und psychische Gesundheit eher in Übergängen sehen. Das hilft, die Stigmatisierungen abzubauen. Wenn wir da offener werden, gewinnen wir alle.

Niemand ist immer zu 100 Prozent fit und gesund, glücklich und seelisch stabil – das wäre jedenfalls auch nicht normal. Normal ist, dass das psychische Befinden schwankt. Und das ist etwas Gutes. Wer jedes Defizit als Minus erlebt und auf seinem Lebenszeugnis überall nur Einsen haben will, der ist auf der Jagd nach der totalen Perfektion. Das ist nicht nur zum Scheitern verurteilt, das ist auch ungesund und freudlos. Immer nur Sonne führt zur Austrocknung, – körperlich wie seelisch.

Im asiatischen Raum sind die Schriftzeichen für Krise und Chance identisch

Krisen bieten die Chance zur persönlichen Reifung. Das gilt auch für psychische Erkrankungen. Menschen, die es schaffen, Krisen anzunehmen, sie anzugehen und eventuell zu bewältigen, werden oft ganz besondere Persönlichkeiten.

Auch in unserer Kultur ist zum Wohle aller ein Denkwandel zu erkennen: Dass nämlich eine Pleite, sei es geschäftlich, beruflich, körperlich oder psychisch, nicht als Versagertum abgetan wird, sondern als Annehmen und Durchleben einer besonderen Situation.

Krisen, so schlimm sie auch sein mögen, verleihen dem Leben seine Bedeutung.

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